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A

Abfallhierarchie

Laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) soll Abfall möglichst vermieden werden, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Diese Vorgabe wurde 2020 mit der Novellierung des Gesetzes noch einmal durch zusätzliche Maßnahmen zur Umsetzung einer tatsächlichen Kreislaufwirtschaft bestärkt. Da dennoch verschiedene Abfälle anfallen, folgt der Umgang mit diesen einer fünfstufigen Abfallhierarchie. Diese verläuft von der angestrebten Vermeidung über Wiederverwendung (z. B. durch Reparatur oder Aufbereitung), Recycling und Verwertung bis zur maximal unerwünschten Beseitigung. Beim Recycling wird der Abfall zu Sekundärrohstoffen verarbeitet, die in anderen Produkten eine stoffliche Wiederverwendung finden. Müll, der sich nicht zum Recycling eignet, wird u. a. einer energetischen Verwertung zugeführt. Was sich nicht einmal energetisch verwerten lässt oder als Abfallprodukt bei der thermischen Behandlung übrig bleibt, endet auf der Deponie.
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Abfallrahmenrichtlinie

Die Abfallrahmenrichtlinie ist das zentrale Regelwerk der europäischen Abfallwirtschaft. Sie dient den EU-Mitgliedsstaaten als Maßgabe bei der Gestaltung und Umsetzung von national geltendem Abfallrecht. In der Rahmenrichtlinie sind Schlüsselbegriffe und Maßnahmen zur Abfallverwertung definiert. Zentral ist dabei die fünfstufige Abfallhierarchie, welche den umweltbewussten Umgang mit Abfall im Sinne der Kreislaufwirtschaft beschreibt. Die Abfallrahmenrichtlinie wurde von der Europäischen Gemeinschaft erlassen und trat erstmals im Dezember 2008 in Kraft. Die jüngste Anpassung der Richtlinie erfolgte 2018 vor dem Hintergrund des EU-Kreislaufwirtschaftspakets. In Deutschland ist die Abfallrahmenrichtlinie in Form des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) rechtlich umgesetzt.

Abfalltrennung

Abfalltrennung (auch Mülltrennung) bezeichnet die möglichst sortenreine Trennung verschiedener Abfallarten. Sie ist Grundlage für Recycling und beginnt bereits beim Verbraucher. In Deutschland werden Haushaltsabfälle in Rest-, Verpackungs-, Altpapier- und Biomüll sowie in Altglas getrennt, wovon lediglich ersterer nicht stofflich wiederverwertet, sondern zur Energiegewinnung in Müllverbrennungsanlagen entsorgt wird. Diese Trennung von Hausmüll ist bundesweit einheitlich und wird in den Gemeinden über kommunale und private Entsorger abgewickelt. Gewerbe- und Industrieabfälle bedürfen hingegen vielfach branchenspezifischen Sonderlösungen. Neben Abfällen durch Produktion und Verbrauch müssen auch Sekundärabfälle, die sich aus der Entsorgung selbst ergeben (z. B. Klärschlamm, Müllverbrennungsaschen und -schlacken), getrennt werden.
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Abfallvermeidungsprogramm

Im Vordergrund des Abfallvermeidungsprogramm (AVP) steht gemäß der im Kreislaufwirtschaftsgesetz formulierten Abfallhierarchie die Vermeidung von Abfällen. Es beinhaltet Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen sowie Forschungsvorhaben und Entwicklungen der EU und UN zur Abfallvermeidung sowie Konzepte zur Abfallvermeidung für Verbraucher und Akteure aus Wirtschaft und Handel. Wesentliche Ziele sind, Konsumgüter wertzuschätzen, lange zu nutzen, nachhaltige Verbraucherentscheidungen zu ermöglichen sowie Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. Erstmals 2013 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit herausgegeben, richtete sich das AVP zunächst an öffentliche Einrichtungen. 2021 wurde es unter dem Titel „Wertschätzen statt Wegwerfen“ fortgeschrieben, die Zielgruppe sowie mit konkreten künftigen Konzepten und Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu gestalten.
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Abfallwirtschaft

Abfallwirtschaft umfasst alle Aufgaben und Tätigkeiten, die dazu beitragen, Abfälle zu vermeiden, zu verringern, zu verwerten oder zu beseitigen. Zudem ist Abfallwirtschaft ein bedeutender und technologisch hoch entwickelter Wirtschaftszweig, der durch Recycling wertvolle Rohstoffe erzeugt und Restabfälle umweltverträglich beseitigt. In ihren Anfängen war Abfallwirtschaft eine reine Beseitigungswirtschaft. Eine bundesweit einheitliche Regelung für die geordnete Beseitigung von Abfällen wurde erstmals 1972 im Abfallbeseitigungsgesetz getroffen. Um natürliche Ressourcen zu schonen und umweltverträglich zu wirtschaften, hat in den 1990er in der Abfallwirtschaft ein Paradigmenwechsel stattgefunden – weg von der linearen Entsorgung hin zur Kreislaufwirtschaft mit dem Fokus Abfallvermeidung und Recycling gemäß der Abfallhierarchie. Grundlage für die heutige Abfallwirtschaft ist dabei das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).
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B

Bioabfall

Bioabfall (oder Biomüll) ist ein Haushaltsabfall, der sich dadurch auszeichnet, dass er (tierischen oder pflanzlichen) organischen Ursprungs und biologisch (durch Lebewesen oder Enzyme) abbaubar ist. Die dazugehörigen Abfallsorten werden in Deutschland in der Bioabfallverordnung (BioAbfV) definiert. Demnach umfasst der Biomüll neben Küchen- und Nahrungsabfällen auch Garten- und Parkabfälle. Nicht dazu gehören hingegen Abfälle, die in der Forst- oder Landwirtschaft anfallen und, ohne entsorgt zu werden, auf deren Nutzflächen verbleiben. Bioabfälle werden normalerweise in der Biotonne gesammelt und anschließend über natürliche Prozesse zu Kompost und Gärgut verarbeitet, die dann in der Landwirtschaft oder im Gartenbau wiederverwendet werden. Die Abholung erfolgt in der Regel über die kommunalen Entsorger.
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Biodiversität

Biodiversität ist weitreichender als der oft synonym verwendete Begriff „Artenvielfalt“. Biodiversität umfasst neben der Vielfalt unterschiedlicher Arten sowie auch jene innerhalb einer Art außerdem die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten sowie die Diversität aller Organismen eines Lebensraums, weiterhin die Vielfalt an Biotopen und Ökosystemen sowie an Ökosystemfunktionen und ebenso die Vielfalt an Verhaltensweisen von Tieren – kurz: die biologische Vielfalt als Ganzes. Weltweit geht diese durch Faktoren wie den Landnutzungswandel, Klimaveränderungen, Schadstoffbelastung und Übernutzung natürlicher Ressourcen zurück. Dem Schutz der Biodiversität dient das internationale Umweltabkommen „Convention on Biological Diversity“ (CBD).

Biogas

Biogas ist ein energiereiches Gasgemisch, das bei der Vergärung von Biomasse entsteht. Hierbei werden organische Stoffe wie Pflanzenreste, Gülle oder Bioabfall in feuchter Umgebung und unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff mikrobiologisch zersetzt. Am Ende dieses Prozesses entsteht das brennbare Biogas, das im Wesentlichen aus Methan, Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf sowie in geringen Mengen aus Sauerstoff, Stickstoff, Ammoniak, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff besteht. Biogas gilt als klimaneutrale Alternative zu Erdgas und kann zu Strom, Wärme, Gas oder Treibstoff umgewandelt werden. Wieviel Kilowattstunden Energie im Biogas stecken, ist abhängig von dessen Methangehalt. Dieser schwankt je nach eingesetztem Substrat zwischen 50 und 65 %.

Biogasanlage

In Biogasanlagen wird aus organischem Material wie Gülle, Energiepflanzen und Bioabfall (sogenannte Substrate) durch mikrobiellen Abbau Biogas gewonnen. Dieses energiereiche Gasgemisch gilt als klimaneutral und zählt damit zu den erneuerbaren Energiequellen. Im zumeist benachbarten Blockheizkraftwerk wird aus dem Biogas Strom und Wärme erzeugt. Andere Anlagen wandeln das Gas zu Biomethan um und speisen es ins Erdgasnetz ein. In der Praxis gibt es unterschiedliche Anlagenkonzepte, welche von dem zur Verfügung stehenden Substrat und auch von politischen Rahmenbedingungen wie dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz abhängen. Biogasanlagen gelten als wichtiger Bestandteil der Energiewende.
C

Carsharing

Carsharing bezeichnet die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen. Im Rahmen der Halterhaftung und auf Grundlage einer rahmenvertraglichen Regelung kann jeder diese Dienstleistung nutzen. Gegenüber der klassischen Autovermietung ist beim Carsharing ein kurzzeitiges und sogar minutenweises Anmieten von Fahrzeugen möglich. Diese können nach vorangegangener Buchung rund um die Uhr und unabhängig vom Personal des Anbieters abgeholt und zurückgegeben werden. Die Abrechnung erfolgt dabei über einen Tarif, der Zeit und gefahrene Kilometer miteinschließt. Die festen Standorte der Teilautos befinden sich meistens in der Nähe von Wohn- und Arbeitsplätzen sowie ÖPNV-Haltestellen.
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Clean Vehicles Directive

Die Clean Vehicles Directive (CVD) ist eine 2019 durch das Europäische Parlament verabschiedete EU-Richtlinie, die Mindestquoten für den Anteil emissionsarmer Fahrzeuge in der öffentlichen Verwaltung festschreibt. In Deutschland wurde sie am 9. Juni 2021 über das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz (SaubFahrzeugBeschG) in nationales Recht überführt.
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CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Mit dem am 19. April 2017 in Kraft getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wurde die CSR-Richtlinie (2014/95/EU) in deutsches Recht umgesetzt. Kapitalorientierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitenden müssen demnach ihren (Konzern-)Lagebericht um Angaben zu nicht finanziellen Aspekten ergänzen. Dazu zählen u. a. Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, das Diversitätskonzept, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Bestechung und Korruption. Liegt über bestimmte Aspekte kein ausgearbeitetes Konzept vor, gilt das „Comply or Explain“-Prinzip und das betreffende Unternehmen muss dies nachvollziehbar begründen.
D

Daseinsvorsorge

Der Begriff Daseinsvorsorge (manchmal auch -fürsorge) bezeichnet die Aufgabe des Staates, die Grundversorgung für menschliches Dasein in Form von Gütern und Leistungen bereitzustellen. Zu diesen zählen unter anderem Wasser- und Energieversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung, Straßenreinigung, Verkehrsleistungen sowie Telekommunikation und Rundfunk, aber auch etwa Bildungs- und Kultureinrichtungen, Feuerwehr, Krankenhäuser und Friedhöfe. Innerhalb der EU müssen die Mitgliedsstaaten diese Dienste zu moderaten Preisen und in regional vergleichbarer Qualität zur Verfügung stellen, was wiederum dem innergemeinschaftlichen Zusammenhalt dienen soll. In Deutschland sind die Kommunen für die Daseinsvorsorge verantwortlich. Weltweite existenzbedrohende Entwicklungen wie der Klimawandel machen mittlerweile eine Erweiterung des Verständnisses von Daseinsvorsorge um eine globale Dimension (z. B. Klimaschutz) notwendig.
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Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein international anwendungsfähiger Transparenzstandard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Er wurde durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) am 13. Oktober 2011 beschlossen, um Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Rechtsform sichtbar zu machen und die freiwillige Selbstauskunft gegenüber der Öffentlichkeit zu erleichtern. Um den DNK zu erfüllen, müssen die Anwender eine Erklärung zu 20 Kriterien erstellen. Diese sind in die Bereiche Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft unterteilt und bauen auf gängigen Berichtsstandards auf, u. a. dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, der Global Reporting Initiative (GRI) und dem europäischen Analystenverband EFFAS.

Digitalisierung

Wurde mit Digitalisierung ursprünglich ein technischer Vorgang – nämlich das Umwandeln physischer Daten in digitale Daten – bezeichnet, so wird der Begriff mittlerweile für die Einbindung digitaler Technologien in verschiedene gesellschaftliche Vorgänge genutzt. Digitalisierte Informationen werden in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Ziel verwendet, Prozesse zu verbessern und zu modernisieren, z. B. mittels digitaler Aktenführung eine effizientere und klimafreundlichere Verwaltung zu etablieren oder dank smarter Sensoren an öffentlichen Abfalleimern eine bedarfsgerechte Abfallentsorgung zu gewährleisten. Auf diese Weise ergeben sich nicht nur neue Tätigkeitsfelder und Einnahmequellen, sondern auch veränderte Kommunikationsformen.
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DIN SPEC 91436

Die DIN SPEC 91436 ist die Vorstufe zu einer DIN-Norm für ein nachhaltiges Abfallmanagement. Das Referenzmodell unterstützt Unternehmen, Vereine, Behörden oder Bildungseinrichtungen dabei, ihr Abfall- und Wertstoffmanagement zu verbessern und damit die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Der Standard zeigt Möglichkeiten des nachhaltigen Umgangs mit Abfall auf: Von der Abfallvermeidung über die Wiederverwendung und Kompostierung bis hin zum schonenden Einsatz von Ressourcen. Mittels eindeutiger Prüfkriterien lässt sich bewerten, wie die Reduktion recyclingfähiger Abfallmengen voranschreitet und nicht vermeidbare Abfälle nachhaltig genutzt oder entsorgt werden können. Die DIN-SPEC soll dazu beitragen, die Zero-Waste-Vision langfristig zu verwirklichen.
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Duale Systeme

Bis zum Inkrafttreten der Verpackungsverordnung (VerpackV) 1991 war die Abfallentsorgung ausschließlich Sache der Gemeinden und Landkreise. Seitdem bestehen neben diesen öffentlichen Entsorgern weitere, privatwirtschaftlich organisierte Abfallentsorgungssysteme, die für das Sammeln und Verwerten von Verkaufsverpackungen verantwortlich sind. Hintergrund dieser dualen Systeme ist eine Neubewertung der Produktverantwortung der Hersteller und die damit einhergehende Herstellerpflicht zur Rücknahme und Verwertung der entsprechenden Verpackungen. Hersteller zahlen hierfür Lizenzentgelte an die dualen Systeme. Kosten und Preise dieser Lizenzen hängen von Menge und Materialien der Verpackungen ab. Bis Ende 2008 waren Verpackungen noch mit dem Grünen Punkt zu kennzeichnen. Seit der verpflichtenden Teilnahme aller Verkaufspackungen an einem dualen System ist dies jedoch hinfällig.
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E

Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten in Deutschland. Grundlage ist dabei die 2012 in Kraft getretene europäische "Waste of Electrical and Electronic Equipment"-Richtlinie (kurz: WEEE-Richtlinie 2012/19/EU). Das ElektroG zielt gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz vor allem darauf, elektronische Abfälle zu vermeiden und deren Wiederverwendung zu stärken. Aufgrund einer nationalen Gesetzesinitiative wurde das Gesetz abermals novelliert. Das neugefasste ElektroG3 gilt seit Januar 2022 und nimmt vor allem Händler und Hersteller bei der Rücknahme von Altgeräten stärker in die Verantwortung.
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Elektromobilität

Elektromobilität meint das Fahren mit einem Straßenfahrzeug, welches von einem Elektromotor angetrieben wird und seinen „Treibstoff“ überwiegend aus dem Stromnetz bezieht. Im Sinne des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität (NEP) der Bundesregierung gehören hierzu rein elektrisch betriebene Fahrzeuge (BEV), eine Kombination von E-Motor und kleinem Verbrennungsmotor (Range Extender, REEV) sowie Hybridfahrzeuge (PHEV), die am Stromnetz aufgeladen werden. Der Begriff Elektromobilität umfasst neben Antriebsart und Fahrzeugentypen aber auch die Energieversorgung sowie Verkehrs- und Ladeinfrastruktur. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz sollen Treibhausgasemissionen lokal verringert und der Verkehr klimaverträglich gemacht werden.
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Emission

Mit Emission wird im Allgemeinen das Aussenden von (Schad-)Stoffen, Teilchen, Schallwellen oder Strahlung in die Umwelt bezeichnet. Ursache für Emissionen sind einmal natürlicher Art. Beispielsweise emittieren Pflanzenfresser und Sümpfe die Kohlenwasserstoffverbindung Methan. Pflanzen senden Pollen aus, Vulkane Schwefeldioxid. Auch Gestein emittiert in unterschiedlichem Maße Schwermetalle und radioaktive Strahlung. Weitere Ursachen für Emissionen sind menschengemacht, wie beispielsweise der Ausstoß von Treibhausgasen (vor allem Kohlendioxid, aber auch Methan, Lachgas und fluorierte Treibhausgase) durch Verkehr, industrielle Prozesse, landwirtschaftliche Tierhaltung, Energiewirtschaft etc. Diese Art von Emissionen werden verantwortlich gemacht für die gegenwärtig stattfindende Erderwärmung. Deswegen werden global Anstrengungen unternommen, diese Emissionen deutlich zu reduzieren.
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Energieeffizienz

Mit Energieeffizienz wird das Verhältnis zwischen dem Ertrag (Output) durch Waren, Dienstleistungen oder Energie und dem geleisteten Aufwand (Input) beschrieben. Wird für die Herstellung eines Produkts oder die Bereitstellung einer Dienstleistung nur wenig Energie benötigt, spricht man von einer hohen Energieeffizienz. Ein möglichst geringer Einsatz von Energie ist vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung erstrebenswert, denn Energieverbrauch geht i. d. R. mit einem hohen CO2-Ausstoß einher. Erneuerbare Energien gelten als energieeffizient und werden deshalb massiv vorangetrieben. Im Zuge der Energiewende geht es aber nicht nur um den effizienten, sondern auch um den sparsamen Einsatz von Energie.
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Energiewende

Die Energiewende beschreibt einen Prozess, bei dem fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie Energie aus Kernkraft sukzessive durch Energien aus Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Sonnenstrahlung und Biomasse ersetzt werden. Auf diese Weise soll der Ausstoß schädlicher Treibhausgase verringert sowie Umwelt und Ressourcen geschont werden. Um eine dauerhafte Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen zu gewährleisten, wird im Rahmen der Energiewende außerdem auf eine Steigerung der Energieeffizienz und eine Senkung des Energieverbrauchs insgesamt gesetzt, z. B. durch verbesserte Gebäudedämmung.
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Erneuerbare Energien

Als erneuerbare Energien werden jene bezeichnet, die aus nachhaltig nutzbaren, erneuerbaren oder regenerativen Quellen gewonnen werden. Hierzu gehört Energie aus Wind- und Wasserkraft, welche in Windenergieanlagen erzeugt sowie aus Wellen- und Strömungsenergie des Meeres gewonnen wird. Energie aus Sonnenstrahlung wird über Photovoltaik-Anlagen in elektrische Energie und über Solarthermie-Anlagen in Wärme umgewandelt. Eine weitere erneuerbare Energiequelle ist Erdwärme. Diese wird mittels Geothermie gewonnen und zum Heizen oder zur Stromerzeugung genutzt. Auch aus nachwachsenden Rohstoffen und ganzjährig verfügbarer Biomasse lässt sich nachhaltig nutzbare Energie erzeugen.
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EU-Emissionshandel

Der EU-Emissionshandel (ETS) ist das zentrale Klimaschutzinstrument der Europäischen Union, um den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen zu regulieren. Der Handel mit entsprechenden Emissionsrechten findet dabei hauptsächlich innerhalb der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie statt. Der ETS funktioniert nach dem Prinzip „Cap & Trade“: Hierbei wird zunächst eine Obergrenze (Cap) des gesamten Ausstoßes aller emissionshandelspflichtigen Anlagen festgelegt und eine begrenzte Anzahl an Emissionsrechten ausgegeben, welche von den Betreibern als Zertifikate erworben und auf dem Markt frei gehandelt werden können (Trade). Auf diese Weise bekommen Treibhausgasemissionen einen Preis und Unternehmen einen Anreiz, diese zu verringern.

European Green Deal

Vorgestellt erstmals am 11.12 2019 ist der European Green Deal ein Konzept der Europäischen Kommission, bestehend aus Strategien, Investitionen und Gesetzen für eine grundlegende Umgestaltung Europas hin zu mehr Klima- und Umweltfreundlichkeit. Hauptziel: Europa soll bis 2050 klimaneutral werden, d. h. es dürfen nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden, wie durch Wälder oder CO2-Speicher kompensiert werden können. Wichtiges Etappenziel: Bis 2030 will die EU ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Außerdem soll das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt und gleichzeitig weder Menschen noch Regionen vernachlässigt werden. Für die Umsetzung sind für die nächsten zehn Jahre eine Billion Euro eingeplant, weitere 100 Milliarden Euro für Regionen, die noch stark an CO2-intensiven Branchen hängen.
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F

Fermenter

Der Fermenter ist das Herzstück jeder Biogasanlage. Für den Fermentationsprozess wichtige Faktoren wie Zusammensetzung des Substrats, Sauerstoffzufuhr, pH-Wert, Temperatur, Sauerstoffzufuhr etc. lassen sich in diesem zumeist aus Stahl oder Beton gefertigten Behälter steuern und kontrollieren. Auf diese Weise wird Biomasse unter optimalen Bedingungen mikrobiologisch zersetzt und in Biogas und nährstoffreichen Hummus umgewandelt. Unterschieden wird dabei zwischen der Nass- und Trockenfermentation, wobei lediglich letzterer Prozess auch die energetische Verwertung von Biomasse ermöglicht. Fermenter gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie können sich unterscheiden hinsichtlich ihres Prozessflows, der Anzahl der Gärkammern und Art der Durchmischung (stehender vs. liegender Fermenter).

Finanzausgleich

Der Begriff Finanzausgleich fasst alle Regelungen zusammen, die der Verteilung finanzieller Mittel in einem föderalistisch aufgebautem Staat dienen. Idealerweise erhalten Bund, Länder und Kommunen für sie geeignete Aufgaben, denen entsprechende Möglichkeiten zur Beschaffung von Einnahmen gegenüberstehen. Da allerdings nicht jede staatliche Einheit über eigene Einnahmen verfügt, die den Bedarf ihrer Ausgaben decken, muss eine Angleichung der Einnahmen geschaffen werden. Dies geschieht über den Bund-Länder-Ausgleich und den kommunalen Finanzausgleich in Form von Geld aus Steuereinnahmen und Zahlungen vom Bund an die ärmeren Länder. Finanzschwache Kommunen bekommen zusätzliches Geld vom Land oder von finanzstarken Kommunen.
G

Gebäudeenergiegesetz

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist die Nachfolgeregelung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und setzt die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie um. Das Gesetz gilt für alle Wohn- und Nichtwohngebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Ziel ist es, hier Energie einzusparen und erneuerbare Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung zu nutzen. Im GEG sind die technischen Anforderungen von Heizungs- und Klimaanlagen in Gebäuden festgelegt. Außerdem werden Vorgaben für Wärmedämmungstandards und Hitzeschutz gemacht, ebenso wie für Luftaustausch in Räumen und Verringerung von Wärmebrücken. Dabei sind die energetischen Mindestanforderungen an Neubauten etwas geringer als in der EnEV. Das GEG gilt seit 1. November 2020.
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Green Public Procurement

Green Public Procurement (zu deutsch: umweltfreundliche Beschaffung) bedeutet, dass die öffentliche Hand beim Einkauf von Dienstleistungen und Produkten Aspekte wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Auf diese Weise werden Unternehmen dazu motiviert, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anzubieten und entsprechende Innovationen zu entwickeln. Das lohnt sich auch für die Privatwirtschaft: Öffentliche Stellen investieren pro Jahr rund 500 Milliarden Euro z. B. in Bürobedarf oder Fahrzeuge für den ÖPNV.

Greenwashing

Greenwashing ist eine Geschäftspraktik, die bisweilen von Unternehmen betrieben wird. Dabei geht es darum, sich gemäß der derzeitigen Forderung nach mehr Klima- und Umweltschutz als möglichst nachhaltig und ökologisch zu präsentieren. Bei genauer Betrachtung entpuppt sich das vermeintlich nachhaltige Handeln dann jedoch als reine Marketingstrategie. So werben beispielsweise Textil- und Lebensmittelindustrie mit Begriffen wie „100% Bio“, „nachhaltig“, „bewusst“ oder mit ihren international gültigen Äquivalenten „conscious“ oder „eco-friendly“, ohne dies auch in ihrem Kerngeschäft umzusetzen. Für diese Praktik müssen Unternehmen keine gesetzlichen Konsequenzen fürchten, weil der Begriff Nachhaltigkeit nicht klar definiert und damit auch nicht rechtlich geschützt ist.
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K

Klärschlammverordnung

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) gilt für Klärschlämme, Klärschlammgemische und Klärschlammkomposte, die in kommunalen oder vergleichbaren Anlagen erzeugt wurden. Die Verordnung regelt die Bewirtschaftung von Klärschlämmen und insbesondere das Auf- und Einbringen auf landwirtschaftlich, landbaulich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Böden. Die 2017 in Kraft getretene Novelle dient dem Boden-, Umwelt und Ressourcenschutz. Sie nimmt größere Kläranlagen mit Übergangsfristen in die Pflicht, Phosphor zurückzugewinnen.
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Klimaanpassung

Der globale Klimawandel mit seinen weitreichenden Folgen für die Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft erfordert eine zeitgemäße Klimapolitik, die sich an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anpasst. Damit dies gelingt, müssen alle gesellschaftlichen Akteure, von Unternehmen bis hin zu Privatpersonen, einen aktiven Beitrag leisten. Besonders den Kommunen kommt bei der Klimaanpassung eine wichtige Rolle zu, weil zahlreiche Maßnahmen auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Aus diesem Grund unterstützt das Bundesumweltministerium mit einer Neuausrichtung des Förderprogramms „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ insbesondere Kommunen und kommunale Einrichtungen dabei, Klimaanpassungsprozesse frühzeitig anzugehen.
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Klimakollaps

Klimakollaps oder Klimakatastrophe beschreibt die Befürchtung, dass Stabilität und Belastbarkeit unseres Erdsystems durch den Klimawandel an einen Punkt kommen könnten, an dem der Mensch nicht mehr regulierend eingreifen kann. Forscher sprechen dabei von Kipppunkten. Schon heute führen klimatische Veränderungen in bestimmten Teilen der Erde zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur und des Meeresspiegels. Diese könnten sich, so die Warnung einiger Wissenschaftler, gegenseitig derart verstärken, dass eine unumkehrbare Kettenreaktion klimaverändernder Ereignisse ausgelöst werden würde. In deren Folge könnte die dem Menschen bekannte Umwelt und seine Lebensgrundlage zerstört werden.

Klimaneutralität

Der Begriff Klimaneutralität beschreibt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kohlenstoffemissionen einerseits und der Aufnahme von atmosphärischem CO2 in Kohlenstoffsenken andererseits. Natürliche Kohlenstoffsenken sind beispielsweise Meere, Böden und Wälder, welche allerdings nur einen Teil des weltweit erzeugten CO2 aufnehmen können. Um die voranschreitende Erderwärmung zu begrenzen, sind jedoch weitere Mittel gefragt. Der Ausgleich von Treibhausgasen in einem Bereich kann z. B. über die Einsparung von Emissionen in einem anderen Sektor erfolgen. Mit dem Ziel, Europa als ersten Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen, hat die Europäische Kommission 2019 den Green Deal beschlossen.

Klimaschutz

Klimaschutz gehört im Wesentlichen zum Umweltschutz. Allerdings liegt beim Klimaschutz der Fokus auf einer Reduzierung von schädlichen Treibhausgasemissionen, um die weitere Erwärmung der Erde zu begrenzen. Dies gelingt einerseits durch ein bewusstes Vermeiden von Emissionen durch entsprechende politische Aktivitäten und Maßnahmen für ein energieeffizientes Leben und Wirtschaften. Andererseits werden im Sinne des Klimaschutzes Gebiete geschützt, die natürlicherweise CO2 binden und umwandeln. Hierzu gehören z. B. Regenwälder, Waldgebiete, Ozeane und Gewässer. Klimaschutz umfasst aber auch Maßnahmen, die Mensch und Umwelt dabei unterstützen, sich an Änderungen des Klimas anzupassen.
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Klimawandel

Klimawandel beschreibt die gegenwärtige Veränderung der klimatischen Bedingungen auf der Erde. Als Ursache hierfür werden anthropogene Faktoren angeführt, vor allem der durch Menschen verursachte Ausstoß von Treibhausgasen. Diese tragen dazu bei, dass sich die durchschnittliche Temperatur weltweit erhöht. In Folge dessen gerät der globale Wasserhaushalt zunehmend aus dem gewohnten Gleichgewicht, was beispielsweise extreme Wettereignisse wie Hitze, Dürre und Starkregen nach sich zieht. Auch Vegetation und Tierwelt werden durch die sich verändernden klimatischen Verhältnisse beeinträchtigt.

Kohäsionspolitik

Die Kohäsionspolitik ist seit Mitte der 1980er ein wichtiges Instrument europäischer Politik. Sie fördert die Zusammenarbeit von Ländern und Regionen innerhalb der Europäischen Union und will insbesondere wirtschaftliche und soziale Unterschiede in den 274 EU-Regionen ausgleichen. Dies soll durch die Förderung von Wirtschaftswachstum, Beschäftigungsmöglichkeiten und Wettbewerbsfähigkeit in vor allem strukturschwachen Regionen erreicht werden. Die finanziellen Mittel für entsprechende Maßnahmen kommen aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dem Kohäsionsfonds und dem europäischen Sozialfonds. Durch vereinfachte Verfahren und einheitliche Regelungen soll die Kohäsionspolitik zukünftig noch wirkungsvoller werden.

Konnexitätsprinzip

Das Konnexitätsprinzip ist ein Begriff aus der Rechtswissenschaft und bezieht sich auf die Staatsfinanzen. Hinter dem Prinzip steckt ganz vereinfacht gesagt der Grundsatz: Wer bestellt, der bezahlt. Ganz konkret meint dies, dass Bund und Länder die Ausgaben tragen müssen, die sich aus der Wahrnehmung ihrer hoheitlichen Aufgaben ergeben. Übertragen sie diese Aufgaben auf andere staatliche Ebenen wie die Kommunen, müssen sie für einen finanziellen Ausgleich sorgen. Da die Aufteilung von Gesetzgebungskompetenz und Verwaltungshoheit jedoch nicht deckungsgleich ist und es zudem auch Gemeinschaftsaufgaben gibt, führt die praktische Anwendung des Konnexitätsprinzip häufig zu politischen Auseinandersetzungen.

Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft beschreibt ein Wirtschaftsmodell, in dem Produkte und Materialien so lange wie möglich genutzt werden. Dies geschieht durch teilen, leasen, wiederverwenden, reparieren, aufbereiten und recyceln. Auf diese Weise sollen Abfälle vermieden, Ressourcen produktiv weiterverwendet und Wertschöpfung erzeugt werden. Ein nachhaltiges Wirtschaften im Sinne dieses Modells ist angesichts knapper werdender Rohstoffe notwendig. Gesetzliche Grundlage hierfür ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Durch eine clevere Nutzung von Ressourcen können zudem der Energieverbrauch und CO2-Emissionen verringert werden. Die Kreislaufwirtschaft ersetzt die traditionelle, lineare „Wegwerfwirtschaft“.
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Kreislaufwirtschaft 4.0

In der Kreislaufwirtschaft 4.0 werden digitale Prozesse genutzt, um die für den gesamten Kreislauf relevanten Bereiche wie Produktdesign, Rohstoffmanagement, Produktion, Anwendung und Entsorgung zu unterstützen und zu verbessern sowie effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Produkte werden so hergestellt, dass sie innerhalb des Kreislaufs digital geplant, geupdated, repariert oder einzelne Komponenten ausgetauscht werden können. Digitale Tools und Prozesse werden bspw. dafür genutzt, um das Produktdesign zu verbessern (Computersimulationen und Visualiserungen). Rohstoffe können über eine Blockchain für alle sichtbar verwaltet und die Produktion mittels digitaler Prozesse ressourcensparend verbessert werden. Im Bereich Entsorgung helfen z. B. smarte Mülltonnen den Abfallunternehmen, nur solche Container abzuholen, die auch voll sind.

Kreislaufwirtschaftsgesetz

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verfolgt den Zweck, „die Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen“. Gleichsam setzt es als zentrales Abfallgesetz die Zielvorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG, AbfRRL) auf Bundesebene um. Dies beinhaltet mitunter einen bestimmten Umgang mit Abfall, der hierarchisch von der Vermeidung über die Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling sowie sonstige Verwertung (z. B. energetisch) bis zur Beseitigung folgt. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie wurde 2018 durch die Richtlinie 2018/851/EU umfassend novelliert, was wiederum umfangreiche Änderungen im KrWG nach sich zog, die am 29.10.2020 in Kraft traten.
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Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt sich mit der Automatisierung von intelligentem Verhalten und ist ein Teilbereich der Informatik. Um Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden, werden verschiedene Methoden aus z. B. Logik, Linguistik, Cognitive Science und Psychologie angewandt. Die beiden wichtigsten Methoden sind die Wissensrepräsentation, also die formale Abbildung von Wissen, und das Schließen und Folgern, um repräsentiertes Wissen zu nutzen. Die im KI verwendeten, modernen Algorithmen lernen laufend dazu. Hierfür wird das KI-System mit großen Mengen hochwertiger Daten "gefüttert", die als Wissensbasis für weitere Lernprozesse dienen. KI wird in unterschiedlichsten Bereichen angewendet. So bedienen sich Suchmaschinen, digitale Sprachassistenten, Gesichtserkennung, selbstfahrende Autos etc. künstlicher Intelligenz.
L

Littering

Als Littering (deutsch: Vermüllung) wird das fahrlässige Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum bezeichnet. Der Müll findet sich entlang von Straßen, auf Park-, Rast- und Grillplätzen, nach Großveranstaltungen, an Wertstoffinseln, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Böschungen und Gewässern. Nicht nur die Entsorgung kostet Städte und Gemeinden viel Geld: die unkontrollierte Verbreitung von schädlichen Inhaltsstoffen in der Umwelt hat auch ökologische, ästhetische und ökonomische Folgen. Kommunen reagieren zur Problemlösung häufig mit Öffentlichkeitskampagnen, Maßnahmen zur Umweltbildung, aber auch mit der Aufstellung von Abfallbehältern und der Einführung höherer Bußgelder.
M

Mobilitätsmanagement

Kommunen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Mobilität in ihrer Region. Dafür ist ein umfangreiches Mobilitätsmanagement nötig, um den Verkehr umwelt- und sozialverträglicher sowie leistungsfähiger zu gestalten. In einem Mobilitätskonzept werden passgenaue Maßnahmen festgelegt, welche zugleich die Mobilität der Menschen ermöglicht und Treibhausgasemissionen, Lärm und Schadstoffe reduziert. Ein funktionierendes, kommunales Mobilitätsmanagement umfasst Optimierungen des Radverkehrsnetzes, das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs, Parkmöglichkeiten, Öffentlichkeits- und Bürgerarbeit sowie spezifische Geltungsbereiche, wie beispielsweise Tourismus.
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Monoverbrennung

Bei der Monoverbrennung wird eine bestimmte Materialart thermisch verwertet, ohne dass hierbei ein weiterer Brennstoff zugesetzt wird. Zur Monoverbrennung gehören die klassischen Müllverbrennungsanlagen (MVA MHKW), die Ersatzbrennstoffkraftwerke (EBS-Kraftwerke) sowie Verbrennungsanlagen für Sonderabfall, Altholz und Klärschlamm. Das Verfahren ist vor allem für das Recycling von Phosphor aus Klärschlamm interessant. Denn gegenüber der Mitverbrennung lässt sich aus der Monoverbrennung der im Schlamm enthaltene Phosphor zurückgewinnen.
N

Nachhaltigkeit

Im aktuellen Sprachgebrauch bedeutet Nachhaltigkeit vornehmlich, Ressourcen allgemein so zu nutzen, dass diese sich auf natürliche Weise regenerieren können und somit dauerhaft (also nachhaltig) zur Verfügung stehen. Der Begriff selbst hat seinen Ursprung vermutlich in der Forstwirtschaft, wo bereits Anfang des 18. Jahrhunderts das Prinzip entwickelt wurde, dass in einem Wald möglichst nur so viele Bäume gefällt werden sollten, wie er durch Nachwachsen kompensieren kann. Seit den 1980er-Jahren wird Nachhaltigkeit breiter gedacht, nämlich als Gewährleistung der Befriedigung aktueller Bedürfnisse, ohne diese für zukünftige Generationen zu beeinträchtigen. In diesem Sinne wurde auch 2015 die UN-Agenda 2030 verabschiedet. Darin sind 17 Nachhaltigkeitsziele festgeschrieben, die die Lebensverhältnisse global verbessern und einen Schutz der Erde für künftige Generationen gewährleisten sollen.
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Nachhaltigkeitsmanager

Nachhaltigkeitsmanager transportieren die Idee der Nachhaltigkeit in ihr Unternehmen hinein und verankern diese auf vielfältigen Ebenen. So entwickeln sie beispielsweise Strategien, um das Unternehmen hinsichtlich Energie, Beschaffung, Abfall, Verkauf sowie Umgang mit Mitarbeitern und Zulieferern zukunftsfähig aufzustellen, setzen diese Strategien in enger Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen um und kommunizieren diese nach innen und außen, immer mit der Geschäftsfähigkeit des Unternehmens im Blick. Sie operieren auf mehreren Feldern gleichzeitig: Ökologie, Soziales, Ökonomie, Kommunikation und betrieblicher Umweltschutz. Der Einstieg ins Nachhaltigkeitsmanagement erfolgt vielmals über einen Quereinstieg oder eine „grüne“ Ausbildung. Nachhaltigkeitsmanager haben oftmals einen naturwissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund. Mittlerweile bieten deutsche Universitäten Studiengänge zum Thema Nachhaltigkeit an.
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O

OB-Dialog

Seit 2010 engagieren sich Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von mehr als 30 deutschen Städten im Dialog „Nachhaltige Stadt“, der vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) unterstützt wird. Ihr Ziel ist es, die nachhaltige Entwicklung in ihren Städten zu fördern. Die Beteiligten sehen die Kommunen als zentrale Akteure bei der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030. Gemeinsam tauschen sie sich über Strategien und Maßnahmen aus und entwickeln Stellungnahmen und Positionspapiere zur kommunalen Nachhaltigkeitspolitik. Als Dialoggrundlage dienen dabei ihre eigens erarbeiteten „Strategischen Eckpunkte für eine nachhaltige Entwicklung in Kommunen“.
Ö

ÖPP Abfallwirtschaft

Eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP; englisch: Public-Private Partnership bzw. PPP) ist eine – in der Regel langfristige – vertraglich geregelte Kooperation zwischen öffentlichen Auftraggebern und privaten Unternehmen. In der Abfallwirtschaft kommen solche Zweckgesellschaften zwischen Kommunen und privaten Entsorgern zustande. Da letztere in einer ÖPP neben der eigentlichen Leistungserbringung auch deren volle oder partielle Finanzierung tragen, legen sie besonderes Augenmerk auf Wirtschaftlichkeit. Während die Kommunen weiterhin ihre gemeinwohlorientierten Ziele wahren und zugleich an den Gewinnen beteiligt werden, profitieren sie vom Know-how ihres Partners und einer Entlastung ihrer Haushalte. Für die privaten Entsorger ergibt sich wiederum ein attraktives Geschäftsfeld, weshalb häufig von einer Win-Win-Situation die Rede ist.
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P

Power-to-X

Unter dem Begriff Power-to-X (auch PTX, P2X) werden Verfahren zusammengefasst, mit denen (insbesondere überschüssiger) Ökostrom, also Strom aus Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft, in chemische Energieträger umgewandelt wird. Dies dient zum einen der Stromspeicherung. Zum anderen werden aber auch grüne Treibstoffe wie etwa Wasserstoff für Fahrzeuge sowie bestimmte Rohstoffe für industrielle Zwecke (Chemieindustrie) in Power-to-X-Verfahren hergestellt. Je nach Verwendungszweck oder Energieform wird das X durch einen anderen Begriff, bspw. Power-to-Fuel oder Power-to-Gas, ersetzt. Da die Versorgung mit Ökostrom enormen Schwankungen mit Überschüssen und Unterversorgungen unterliegt, stellen Power-to-X-Technologien eine wichtige Voraussetzung für eine hundertprozentige Umstellung auf regenerative Energieträger dar.

PPK

PPK steht kurz für "Papier, Pappe, Kartonage". Damit sind alle Produkte umfasst, die in Zellstoff- und Papierindustrie erzeugt werden. Hierzu gehören beispielsweise auch grafische Papiere, Hygiene-Papier, Verpackungen sowie Papier, Pappe und Kartonage für technische oder spezielle Zwecke. In Deutschland werden pro Jahr ca. 22 Millionen Tonnen PPK hergestellt. Für Entsorgung und Recycling von insbesondere Verpackungen sind die Dualen Systeme zuständig. Ein großer Teil des PPK-Aufkommens wird nach der Entsorgung wieder dem Stoffkreislauf zugeführt und zu neuen Papiererzeugnissen weiterverarbeitet. Besonders viel Altpapier steckt dabei in Wellenpappenpapier und Verpackungen.
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R

Recycling

Mit Recycling ist die Verwertung und Wiederaufbereitung von Abfällen gemeint. Ziel dabei ist es, Wertstoffe zurückzugewinnen, welche nach dem Prozess des Recyclings als sogenannte Rezyklate bzw. Recyclingrohstoffen in den Stoffkreislauf zurückgelangen. Um möglichst viele Materialien und Stoffe recyceln zu können, müssen Abfälle getrennt gesammelt werden. In Deutschland werden beispielsweise rund die Hälfte aller Papier- und Glaserzeugnisse aus Altpapier bzw. Altglas erzeugt. Auch Kunststoffe können mithilfe bestimmter Verfahren teilweise wiederverwendet werden. Handel, Industrie und Forschung entwickeln und testen immer neue Verfahrensweisen zum Recycling unterschiedlichster Abfallarten.

Recyclinghof

Recycling- oder Wertstoffhöfe dienen der Sammlung und Weiterleitung von Abfällen aus privaten Haushalten und Kleingewerbe. Dies betrifft insbesondere Abfallfraktionen, die nicht über die Holsysteme (Müllabfuhr) beim Verbraucher abgeholt werden, wie Sperrmüll, Elektrogeräte, Grünschnitt, Metallschrott, Bauabfälle, Altfarben, Altglas, Altholz und Altkleider oder auch Sonderabfälle wie Leuchtstofflampen und Batterien. Allerdings wird auch Pappe und Altpapier innerhalb dieser Bringsysteme entgegengenommen. Die zu sammelnden Abfallarten variieren je nach den vorhandenen Standortbedingungen. Nutzungsberechtigt sind nur die Bewohner eines Landkreises, die Abfallgebühren entrichten. Die Betreiber von Recyclinghöfen sind kommunale oder private Entsorgungsträger oder auch Vereine.
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Restabfall

Restabfall im originären Sinne umfasst all jenen Abfall, der nicht mehr wiederverwertet werden kann und damit rückstandslos vernichtet wird. Dies geschieht i. d. R. in Müllverbrennungsanlagen. In der Praxis ist es oftmals nicht ganz eindeutig, was in den Restmüll gehört und was nicht. So landen i. d. R. solche Abfälle in der schwarzen Tonne, die sich schwer trennen bzw. zuordnen lassen. Zum „echten“ Restabfall gehören jedoch Abfälle, die nicht recycelbar sind, wie Zigarettenstummel, Kaugummis, kaputte Schuhe, Fotos, Klebstoffreste, Putzlappen und Katzenstreu. Auch stark verunreinigte Materialien wie Hygienemasken, Kompressen, Pflaster, Wattepads und -stäbchen sowie Feuchttücher gehören in die schwarze Tonne.
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Rezyklate

Der Begriff Rezyklat umfasst sämtliche Stoffe und Gegenstände, die aus Recycling hervorgehen und zur Wiederverwendung in neuen Produkten eingesetzt werden können. Da es sich um eine Art Rohstoff handelt, jedoch nicht um einen natürlichen, spricht man auch von Sekundärrohstoffen. Der Weg zum Rezyklat, also der eigentliche Recyclingprozess, ist von der jeweiligen Abfallart abhängig, aus der es hervorgeht. Damit ein zu entsorgendes Material dem ihm entsprechenden Verwertungsprozess zugeführt werden kann, bedarf es einer sortengerechten Abfalltrennung, die schon bei der Abfallsammlung durch den Verbraucher beginnt. Ein Großteil des Altglases wird beispielsweise als Rezyklat in neuen Glasprodukten wiederverwendet. Ist das Altglas jedoch wegen Verunreinigung mit anderen Stoffen nicht mehr dazu geeignet, können daraus nur noch Endprodukte wie Blähglasgranulat hergestellt werden.
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S

Schadstoff

Schadstoffe sind chemische Elemente oder Verbindungen, die schädlich auf Organismen – also auch auf den Menschen – oder ganze Ökosysteme wirken. Unterschieden wird zwischen natürlichen und anthropogenen (vom Menschen verursachten) Schadstoffen. Letztere finden sich vielfach auch in Abfällen wieder, die es entsprechend als Sonderabfall zu entsorgen gilt. Dazu zählen beispielsweise Lösemittel, Farben, Lacke Desinfektionsmittel, Altbatterien, Leuchtstofflampen, Spraydosen, Reinigungsmittel oder Medikamente. Solche Sonderabfälle sind vom Verbraucher bei entsprechenden Sammelstellen – etwa auf Recyclinghöfen – abzugeben. In manchen Kommunen gibt es auch sogenannte Schadstoffmobile (auch Umweltmobile), die gefährliche Abfälle annehmen.
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Siedlungsabfälle

Siedlungsabfälle sind Abfälle, die in normalen Haushalten oder vergleichbaren Einrichtungen wie Arzt- und Rechtsanwaltspraxen, Schulen, Verwaltungsgebäuden sowie Krankenhäusern (spezifische Sonderabfälle ausgenommen) und Pflegeeinrichtungen anfallen. Auch haushaltstypischer Abfall aus Gewerbe und Industrie wird dazugerechnet. Neben dem üblichen Restmüll zählen gleichsam Glas und Papier, Sperrmüll, Bioabfälle, Straßenkehricht und Marktabfälle zum Siedlungsmüll. Die Entsorgung von Hausmüll unterliegt ausschließlich den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, die jedoch zu ihrer Erfüllung auch Dritte wie private Entsorger verpflichten können.
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Smart City

Unter dem Sammelbegriff Smart City werden holistische Entwicklungskonzepte für den urbanen Raum zusammengefasst, die insbesondere über Vernetzung durch Informationstechnologien (Digitalisierung) u. a. zu mehr Nachhaltigkeit und Inklusion sowie verbesserter Effizienz und Resilienz beitragen sollen. Ein zentraler Gedanke besteht in der bedarfsgerechten, punktuellen Nutzung von Ressourcen. Dies betrifft vor allem die Infrastruktur wie Energie- und Wasserversorgung sowie Mobilität, aber auch die Abfallentsorgung. So können beispielsweise Sensoren in intelligenten Müllcontainern den aktuellen Füllstand melden und somit Abfallmanagement und Müllabfuhr an den aktuellen Bedarf angepasst werden. Eine wichtige Schlüsseltechnologie für derartige Systeme ist das Internet of Things (IoT).
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Smart Grid

Smart Grids sind intelligente Stromnetze, in denen Stromerzeuger, -verbraucher und Netzbetreiber untereinander vernetzt sind. Auf diese Weise können sie sich über den aktuellen Betriebszustand, Energieverbrauch und -bedarf austauschen, was wiederum zu einer effizienteren Netznutzung führt. Dezentral erzeugte erneuerbare Energien können außerdem besser ins Netz integriert und gesteuert werden. Die Vernetzung erfolgt dabei über den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (KIT). Einzelne Komponenten werden in dezentral organisierten Systemen zum Energiemanagement koordiniert. Ein Smart Grid transportiert also sowohl Energie als auch Daten. Durch die Kombination und Abstimmung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch sind intelligente Stromnetze eine wichtige Voraussetzung für die Energiewende.
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Sonderabfall

Als Sonderabfall werden umgangssprachlich alle Abfallarten bezeichnet, die gefährliche Eigenschaften aufweisen und eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt darstellen. Der fachlich korrekte Begriff lautet „gefährlicher Abfall“. Gefährliche Abfälle sind in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) durch einen Stern (*) hinter der Abfallschlüsselnummer gekennzeichnet. In der Regel ist eine gesonderte Entsorgung bzw. Verwertung erforderlich, z. B. über kommunale Sammelstellen.

Suffizienz

Suffizienz meint das richtige Maß, ein Begrenzen und ein „Weniger“. Im Kontext von Klimaschutz berücksichtigt das Suffizienzkonzept die natürlichen Grenzen und Ressourcen und strebt einen möglichst geringen Verbrauch von Rohstoffen an. Wenn es um Suffizienz geht, wird oftmals an das Verhalten und den Lebensstil des Einzelnen appelliert. Dabei geht es vor allem um eine Veränderung des vorherrschenden Konsummusters hin zu einem „Weniger“. Da Suffizienz jedoch zunehmend als ein notwendiger Baustein für nachhaltige Entwicklung anerkannt wird, gibt es entsprechende Forderungen, dieses Konzept auch auf politischer Ebene stärker zu berücksichtigen.

Sustainable Development Goals

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind politische Ziele, die eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Ökonomie, Soziales und Ökologie sichern wollen. Im Rahmen der Agenda 2030 wurden die insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele 2015 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. Sie dienen weltweit als zentrales Rahmenwerk bei der Förderung von nachhaltigem Frieden und Wohlstand sowie zum Schutz der Erde und werden von Ländern auf der ganzen Welt in nationale Entwicklungspläne überführt. Auch Unternehmen und Organisationen orientieren sich im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsmanagements an den SDGs.

Synergie

Synergie ist ein Begriff aus der Psychologie und beschreibt die Energie, die für den Zusammenhalt und die gemeinschaftliche Umsetzung von Aufgaben zur Verfügung steht. Synergien können entstehen, wenn durch die Zusammenarbeit von zwei oder mehr Beteiligten ein profitabler Nutzen für alle Seiten entsteht. Der daraus entstandene Vorteil wird auch als Synergie-Effekt bezeichnet. Bei der Synergie spielen vor allem drei Vorteile eine Rolle: Der Skaleneffekt (indem beispielsweise Stückkosten bei der Produktion sinken), Verbundeffekte (bereits existierende Kapazitäten werden besser genutzt) und Know-how-Transfer (Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Produkten).
T

Taxonomie

Taxonomie ist ein einheitliches Klassifizierungsverfahren oder -modell. Aktuell wird der Begriff im wirtschaftlichen Kontext auch synonym für die sogenannte EU-Taxonomie bzw. Taxonomie-Verordnung verwendet. Diese bietet, teilweise ab 2022, ein Instrument zur Klassifikation von Unternehmen und Finanzmarktakteuren hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit. Damit soll Transparenz darüber geschaffen werden, wie ökologisch nachhaltig eine Investition ist. Als grober Nachhaltigkeitskompass dienen sechs Umweltziele: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zur Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Eine wirtschaftliche Aktivität muss mindestens einem dieser Ziele dienen, darf aber keinem zuwiderlaufen.
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Thermische Abfallbehandlung

Die thermische Abfallbehandlung ist laut Umweltbundesamt eine tragende Säule der Abfallentsorgung. Grundsätzlich wird bei der thermischen Verwertung unterschieden in Mono- und Mitverbrennung. In Deutschland gibt es ingesamt 100 MVA und EBS-Kraftwerke. Diese sind der Monoverbrennung zuzuordnen. Zement-, Kohlekraftwerke und teilweise auch Industriekraftwerke sind die aktuell wichtigsten Anlagen für die Mitverbrennung. War die ursprüngliche Idee der thermischen Abfallbeseitigung im ausgehenden 19. Jahrhundert noch die Abfallreduktion und Hygienisierung der seuchengeplagten Städte, so steht mittlerweile die Energiegewinnung stärker im Fokus. Unter Einhaltung höchster Umweltstandards gewährleistet die thermische Abfallbehandlung die sichere Entsorgung von Abfällen, die nicht mehr weiterverwertet werden können.
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Vergaberecht

Das Vergaberecht regelt die Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand, teilweise aber auch privater Auftraggeber. Zu letzteren zählen etwa private Versorger für Trinkwasser und Energie oder Unternehmen im Verkehrsbereich. Wichtigstes Ziel der darin enthaltenen Rechtsnormen ist die Deckung des Beschaffungsbedarfs im öffentlichen Bereich unter möglichst wirtschaftlicher und sparsamer Verwendung von Haushaltsmitteln. Darüber hinaus soll das Vergaberecht einen fairen Wettbewerb sicherstellen, für den die Gebote der Nichtdiskriminierung, Gleichbehandlung und Transparenz gelten, sowie Vetternwirtschaft und Korruption unterbinden. Daneben wird es auch als strategisches Instrument genutzt, um politische Ziele durchzusetzen, indem beispielsweise Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Innovation oder soziale Aspekte als Kriterien für Vergaben herangezogen werden.
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Verpackungsmüll

Bei nahezu sämtlichen Konsumgütern fällt in irgendeiner Form Verpackungsmüll an, den es entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und Verpackungsgesetz (VerpackG) zu verwerten gilt. Hierzu müssen Verpackungen haushaltsnah sortengerecht getrennt und gesammelt werden. Demnach gehört Altpapier in die blaue Papiermülltonne, Altglas in entsprechende öffentliche Sammelcontainer sowie Kunststoff, Metall und Getränkekartons (“Tetra Paks”) in den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne. Der Verpackungsmüll wird anschließend von lokalen kommunalen und/oder privaten Entsorgern dem Recycling zugeführt. Bestimmte Verpackungen wie etwa nicht restlos entleerte Waschmittelbehälter oder Spraydosen sind allerdings als Sondermüll bei entsprechenden Sammelstellen wie Wertstoffhöfen abzugeben.
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Verwaltung 4.0

Verwaltung 4.0 (auch E-Government genannt) beschreibt eine öffentliche Verwaltung, die vollständig digital organisiert ist. Elektronische Aktensysteme ersetzen analoge Dokumente und Akten. Die Bearbeitung behördlicher Vorgänge und Dienste erfolgt über das Internet wie auch alle anderen Prozesse des Regierens und Verwaltens sowie die behördliche Arbeitsorganisation. E-Government verspricht u. a. eine effizientere Bearbeitung von Einzelanträgen, Rechnungen und Genehmigungsprozessen. Unterstützt werden diese Prozesse dabei von intelligenten und automatisierten Vorgängen, welche die dynamische Selbstorganisation fördern und klassische Grenzen von Zuständigkeiten und Fachbereichen auflösen können.
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W

Wasserstoff

Wasserstoff ist das leichteste chemische Element und zugleich das häufigste im ganzen Universum. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sieht in ihm aufgrund seiner Eigenschaft als sauberer, klimafreundlicher Treibstoff als Schlüsselelement für die Energiewende. Die Nationale Wasserstoffstrategie verfolgt neben dem Klimaschutz auch das Nutzen von Wertschöpfungspotenzialen für eine zukunftsfähige deutsche Wasserstoffwirtschaft. Hierfür wird eine grüne Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien angestrebt. Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen kann für die Herstellung von Wasserstoff eingesetzt und somit verwertet werden. Mögliche Anwendungen liegen in verschiedenen Bereichen von Industrie und Verkehr wie etwa der Luft- und Schifffahrt.
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Wasserwirtschaft

Mit Wasserwirtschaft ist die wirtschaftliche Nutzung, planmäßige Erfassung und Verteilung von Wasser gemeint. Dies umfasst im Wesentlichen folgende Bereiche: Die Bewirtschaftung von ober- und unterirdischen Gewässern und Abwasser, die Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser sowie die Entwässerung von Gebieten mit viel Niederschlag einerseits und Bewässerung von Gebieten mit wenig Niederschlag andererseits. Dabei versucht die Wasserwirtschaft einen Ausgleich zu schaffen zwischen dem natürlich begrenzten Wasserangebot und dem von der Gesellschaft beanspruchten Wasserbedarf. Auch der Schutz vor Hochwasser und Sturmflut und die Bewahrung des Ökosystems Wasser sind Aufgaben dieses Wirtschaftszweigs.
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Wertstoff

Wertstoffe sind Abfälle, deren Bestandteile oder Reststoffe – im Gegensatz zu Restmüll – durch Recycling wiederverwertet werden können, sei es in umgewandelter Form oder aufgespaltet als Rohstoff. Um sie einer Wiederverwertung zuzuführen, bedarf es einer entsprechenden Trennung bzw. Sortierung bei der Sammlung der Abfälle. Zu den Wertstoffen zählen beispielsweise Glas, Altpapier, Verpackungen, Schrott, Textilien und Kunststoffe, aber auch Grünschnitt und Bioabfälle, die etwa in der Biogasgewinnung oder als Kompostlieferant zum Einsatz kommen. Wertstoffe, die fälschlicherweise als Restmüll entsorgt werden, werden unnötigerweise verbrannt. So ist ein erheblicher Teil des üblichen Restmülls eigentlich wertvoller Bioabfall.
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Zero Waste

Zero Waste ist die Vision einer Welt ohne Abfall innerhalb der Kreislaufwirtschaft. „Null Abfall“ soll gelingen durch eine Umsetzung der 5 R's: Refuse (Verzicht auf alles, was nicht gebraucht wird), Reduce (Konsum einschränken), Reuse (Weiterverwendung von Gütern des täglichen Gebrauchs etc. durch z. B. Reparieren und Tauschen), Recycle (Recyceln, was nötig ist) und Rot (verrotten lassen; unverwertbaren Abfall kompostieren). Im Fokus stehen Vermeidung und massive Reduktion von Abfall. Zero Waste verlangt ein radikales Umdenken im Sinne der Suffizienz sowie eine Neustrukturierung des vorherrschenden Wirtschaftssystems, bei der die Abfallvermeidung schon während der Produktentwicklung mitgedacht wird.