Leipzig will Zero Waste City werden

Leipzig will Zero.Waste.City werden Jakob Fischer@Adobe.Stock
Zero Waste ist voll im Trend. Städte und Gemeinden in ganz Deutschland und Europa entwickeln Konzepte, um den Wandel vom Abfall zu Ressourcen voranzutreiben. Als erste ostdeutsche Kommune hat sich Leipzig nun auf den steinigen Weg zur müllfreien Stadt gemacht.

Mit weniger Müll für mehr Klimaschutz: Als erste ostdeutsche Stadt will Leipzig Zero.Waste.City werden. „Mit der Umsetzung einer Zero Waste Strategie bekennt sich die Stadt einmal mehr zum Klimaschutz und zeigt, dass sie global denkt und im Konkreten lokal verantwortlich handelt“, sagt Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal in einer Pressemitteilung. Noch im laufenden Jahr wird der Eigenbetrieb Stadtreinigung eine gesamtstädtische Strategie erarbeiten, um Leipzig startklar zu machen. Denn der Weg zum Prädikat Zero.Waste.City ist steinig.

Interessierte Kommunen müssen zuerst einen Zertifizierungsprozess bei der Organisation Zero Waste Europe durchlaufen. Hierfür verpflichten sie sich, ihre lokalen Siedlungsabfälle in jährlich definierten Schritten um 90 Prozent zu verringern. Außerdem müssen sie in Zukunft darauf verzichten, unbehandelte Abfälle zu verbrennen und auf Deponien abzulagern. Zum Abschluss des Prozesses reichen die potentiellen Kandidaten ein verbindliches und vom jeweiligen Stadtrat beschlossenes Konzept ein, in dem sie ihre Strategie hin zu weniger Abfall festschreiben und diese dann auch umsetzen.

Stadtreinigung entwickelt Konzept

Seit Mitte April beschäftigt sich nun eine extra zu diesem Zwecke geschaffene Koordinatorenstelle in der Stadtreinigung damit, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Bei der Erarbeitung der Strategie sollen, laut Elke Franz, Kaufmännische Betriebsleiterin des Leipziger Eigenbetriebs Stadtreinigung, auch lokale Initiativen, Vertreterinnen und Vertreter aus Gewerbe und Bildungseinrichtungen sowie engagierte BürgerInnen einbezogen werden. Als Vorbild dient dabei die Stadt Kiel. Diese ist die erste deutsche Stadt mit Kandidatenstatus auf das begehrte Umweltprädikat.

Erstes Etappenziel für Leipzig: Bis 2030 eine Verringerung des jährlichen Pro-Kopf-Abfalls um zehn Prozent. Das sind 125 Kilogramm weniger Restabfälle und 330 Kilogramm weniger Siedlungsabfälle pro BürgerIn und Jahr. Um das Ziel zu erreichen, arbeitet die Stadtreinigung schon heute an Projekten zur Abfallvermeidung. Im Fokus: VerbraucherInnen und ihr Konsumverhalten. Hier möchten Elke Franz und ihre Kollegen dafür sensibilisieren, statt Dinge neu zu kaufen, vermehrt auf zweite Hand zu setzen, Gebrauchsgegenstände zu reparieren, auszuleihen oder zu tauschen.

Abfallvermeidung im Fokus

Neben Leipzig und Kiel haben sich auch München, Berlin, Düsseldorf und Köln auf den Weg zur Zero.Waste.City gemacht. Für die Stadt Würzburg prüft derzeit ein neuer Agenda 21-Arbeitskreis ein solches Vorhaben. Zero Waste ist im Trend: In Europa beteiligen sich aktuell circa 445 Kommunen am Programm. Nach Angaben der Initiative „Zero Waste Europe“ dauere es zwei bis drei Jahre, bis ein entsprechendes Konzept ins Abfall- und Ressourcenmanagement einer Stadt oder Gemeinde integriert sei.

Im Fokus von Zero Waste steht die Vermeidung von Abfällen. Dies soll einerseits gelingen durch einen reduzierten Konsum und achtsameren Umgang mit Gebrauchsgütern – auch nach dem Motto: Wiederverwenden statt Wegwerfen. Andererseits werden Abfälle als Ressource verstanden, die innerhalb der Kreislaufwirtschaft recycelt und weiterverwendet werden können.

Über die Kommune

Leipzig, Stadt

Über Leipzig

Bundesland Sachsen
Einwohner 587.857 (m: 288.553, w: 299.304)
Größe 297.80 km² (1974 Einwohner je km²)
Merkmale Wohlhabende Städte und Gemeinden in wirtschaftlich dynamischen Regionen

Vergleichbare Kommunen hinsichtlich Größe mit

Daten: Bertelsmann Stiftung/www.wegweiser-kommune.de