Warum Kaugummi auf dem Asphalt nicht nur unansehnlich ist

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Sie kleben auf dem Asphalt und schnell auch am eigenen Schuh: Kaugummis, die einfach ausgespuckt und achtlos in der Umwelt entsorgt werden. Während sie unter dem Schuh lediglich lästig sind, stellen sie für andere Bereiche ein wirkliches Problem dar. Gummis verschmutzen unsere Gewässer, töten im schlimmsten Fall Tiere und sorgen für hohe Entsorgungskosten. Die Kaumasse besteht zu über 95 Prozent aus Plastik, sogenannter Thermoplaste. Diese sind biologisch nicht abbaubar und dazu noch erdölbasiert. Durch Regen wird der Abrieb in die Abwasserkanäle gespült – zusammen mit Mikroplastik, welches die Kläranlagen nicht herausfiltern können.

In deutschen Großstädten landen laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bis zu 80 ausgespuckte Kaugummis auf einem Quadratmeter Straße. Rund 900 Millionen Euro kostet das Entfernen den Steuerzahler jährlich.

Teure Kehrmaschinen oder aufwändige Ablöseverfahren können dafür sorgen, dass die Kaugummis die Gewässer nicht belasten und Vögel oder andere Tiere nicht gefährden. Eine, zugegeben nicht ganz appetitliche Alternative, hat die Stadt Frankfurt im Einsatz: Hier stehen sogenannte „Gum-Walls“. Eine Papierwand mit Smileys soll dazu animieren, die Kaugummis aufs Plakat zu kleben, statt sich dieser anderweitig zu entledigen. An den Standorten der „Gum-Walls“ ging die Zahl der Kaugummireste auf dem Boden um bis zu 60 Prozent zurück. Eine günstige Maßnahme im Vergleich zur Anschaffung von Maschinen. Das Entfernen gilt als „Extremschmutzbeseitigung" und kostet entsprechend viel Geld.

In Stuttgart wurden 2020 dafür zwei Maschinen für 600.000 Euro angeschafft. Die Masse lässt sich, einmal getrocknet, auch von Kehrmaschinen kaum vom Asphalt lösen; selbst zersetzt sie sich erst nach fünf Jahren. Spezielle Reinigungsunternehmen in Großstädten wie Köln nutzen Hochdruckgeräte. Hierbei wird die Fläche erst mit heißem Dampf und Lösungsmittel bearbeitet, anschließend werden die abgelösten Reste aufgekehrt. Die Kosten belaufen sich pro Quadratmeter auf bis zu 15 Euro.

Einige Städte und Gemeinden setzen auf Bußgelder zwischen 15 bis 50 Euro, um die Verschmutzung einzudämmen . Eine kreative Lösung scheinen die „Gum-Walls“ zu sein, sie sorgen für einen Schmunzler und sensibilisieren für das Problem. Einige Städte nutzen sogenannte Kaugummi-Briefkästen oder klären mit Kampagnen auf. Egal, welche Maßnahmen ergriffen werden: Die klebrige und umweltgefährdende Kaumasse sollte nicht ignoriert werden.