Warum Sie Coffee-to-go-Becher lieber nicht benutzen sollten

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Holen Sie ruhig einmal wieder ihre alte Porzellantasse aus dem Küchenschrank. Denn die gängigen „Coffee-to-go“-Becher haben eine miese Umweltbilanz und füllen pro Jahr acht Millionen typische Stadt-Mülleimer.

Wer bequemerweise Getränke im Einwegbecher zu sich nimmt, verbraucht im Jahr laut Statistik rund 34 davon. Dabei wird der Becher durchschnittlich nur 10 Minuten genutzt, bevor er in den Müll wandert. Das besagen die aktuellen Daten des Umweltbundesamtes für Deutschland.

Die Menge des Verpackungsmülls wächst in Deutschland seit Jahren. Zusammen mit Deckel, Strohhalm und Rührstab fallen allein durch die To-go-Becher für Heiß- und Kaltgetränke jährlich rund 55.000 Tonnen Abfall an. Deutsche Stadtreinigungen und Kommunen haben mit wachsenden Abfallbergen, überfüllten Mülleimern und dem so genannten Littering (wilder Müll) zu kämpfen, der zu einem großen Teil aus Einwegbechern besteht. Bis zu 15 Prozent des Inhalts eines Abfalleimers im städtischen Bereich nehmen Einwegbecher in Beschlag.

Zeit, das zu ändern und sich eine gute Alternative für unterwegs zu suchen. Die Porzellantasse mit Deckel hat nämlich noch einen weiteren Vorteil, außer der Einsparung von Abfall: sie kommt ohne Mikroplastik aus. Der Einwegbecher ist beschichtet und besteht zu einem Drittel aus Kunstoff. Und: plastikfrei schmeckt der Latte Macchiato sogar besser.

Verpackungen gehören als Abfall in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack bzw. in die Wertstofftonne. Nur so können aus Abfall wieder Rohstoffe für den Recyclingkreislauf gewonnen werden. In der Realität landen die Becher unterwegs im öffentlichen Abfalleimer und enden somit in der Müllverbrennung. Doch bedauerlicherweise oft nicht einmal dort: Einwegbecher gehören zu den zehn kunststoffhaltigen Einwegprodukten, die am häufigsten an Stränden und in europäischen Meeren gefunden werden.

Pfandsysteme bieten eine Lösung, da hier die Mehrwegbecher industriell gespült und hygienisch einwandfrei wieder ausgegeben werden. Inzwischen gibt es in immer mehr Städten Pfandsysteme als Alternative für die Wegwerfbecher. Zudem gibt es gute Thermobecher für unterwegs, faltbare Modelle für Menschen mit kleinen Taschen oder Becher mit lustigen Sprüchen für extrovertierte Cappuccino-Liebhaber.