Was passiert mit dem Müll aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne?

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Über eine Million Tonnen Verpackungsabfälle Verpackungsmüll fallen pro Jahr in deutschen Haushalten an und werden über den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder in einigen Kommunen über die Wertstofftonne gesammelt und entsorgt. Besonders wichtig für die weitere Verarbeitung ist die richtige Mülltrennung durch die Verbraucherinnen und Verbraucher zuhause: Nur wenn korrekt gesammelt wurde, können die Maschinen in der Sortieranlage einwandfrei arbeiten. Es gibt daher einige Dinge, die nicht in den Gelben Sack hineingehören. Der alte Fahrradhelm oder Isolierbecher etwa gehören in den Restmüll.

Das duale System basiert in Deutschland auf dem Prinzip der sogenannten „erweiterten Produzentenverantwortung“. Das bedeutet, dass jedes Unternehmen, das eine Verpackung auf den Markt bringt, für diese eine Lizenzgebühr zahlen muss. Durch diese Gebühren wird die Entsorgung und Verwertung der Verpackungsabfälle finanziert – der Verbraucher bezahlt für die Entsorgung keine Abfallgebühren.

Nach ihrer Abholung landen die Abfälle in speziellen Sortieranlagen, wo sie nach Materialart sortenrein getrennt werden. Bei der Sortierung wird zwischen Verpackungen aus Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbundverpackungen unterschieden. Sämtliche metallhaltigen Abfälle werden anschließend zu Aluminiumbarren und Stahl verarbeitet.

Ein Großteil der entsorgten Verpackungen aus Kunststoff, wie zum Beispiel Zahnpastatuben, Flaschen aus Plastik oder Joghurtbecher, Getränkekartons aus Verbundstoffen, Folien oder Styropor, ist recycelbar. Sie werden zu Rezyklaten verarbeitet, einem Granulat aus Recyclingkunststoff. Dieser dient als Material, um beispielsweise Kunststoffeimer, Blumentöpfe oder erneut Verpackungen herzustellen. Rund 60 Prozent der entsorgten Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne werden bereits recycelt, also stofflich verwertet, und wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Dennoch sind 30 Prozent Fehlwürfe, die das Sortieren erheblich erschweren und das Recycling unmöglich machen können.

Gegenstände aus Plastik, die keine Verpackungen sind, wie Zahnbürsten, Einwegrasierer, Klarsichthüllen oder Kugelschreiber gehören nicht in die Gelbe Tonne. Zudem ist es wichtig, bereits beim Wegwerfen auch auf die Trennung der einzelnen Verpackungsbestandteile zu achten. Je besser diese vorab getrennt werden, umso höher ist die Recyclingquote. Hier einige Tipps:

  • Folie und Plastikteile von Nudelpackungen, Brötchentüten und Co. Entfernen
  • Joghurtdeckel aus Aluminium vom Becher entfernen
  • bei leeren Saftflaschen den Deckel abschrauben
  • Foliendeckel von Fleisch-, Wurst- und Käseverpackungen komplett abziehen

Bevor Verbraucherinnen und Verbraucher Verpackungen entsorgen, sollten diese leer sein. Lebensmittelreste gehören nicht in die gelben Sammelbehältnisse. Das behindert ebenfalls den Sortierprozess und damit das Recycling erheblich oder kann es sogar unmöglich machen. Das Ausspülen von Verpackungen ist aber nicht notwendig.